2318: ÖSTERREICH – TIROL –

"Die Fr. Grafschafft Tirol". Kupferstichkarte (von 12 Platten) von A. Spängler nach M. Burgklehner, 1629. Ca. 156 x 160 cm. – Gerollt. (69)
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Vgl. Descriptio Austriae, S. 90 und 91 (Tafel 23). Pizzinini, Tirol im Kartenbild, 26. Tomasi, Il territorio trentino-tirolese nell’antica cartografia, 10. – Die Holzschnittkarte "Die F(ü)r(stliche) Grafschafft Tirol" des Tiroler Historikers und Kartographen Matthias Burgklehner (Burglechner; 1573-1642), auch große Karte genannt, war als Ergänzung zu seinem Geschichtswerk Tiroler Adler gedacht, in dem an vielen Stellen darauf Bezug genommen wird. Anstelle des damals teuren und aufwendigen Kupferstichs entschied sich Burgklehner für den Holzschnitt, den 1611 Hans Rogel in Augsburg ausführte. Aus unbekannten Gründen, möglicherweise wegen technischer Probleme, wurde diese Holzschnittkarte jedoch nicht gedruckt und erst im 19. Jahrhundert von den erhaltenen originalen Druckstöcken vervielfältigt. Dagegen erschien 1629 die hier vorliegende Karte, diesmal in Kupfer gestochen.

Die Karte besteht aus 12 Blatt mit einem mittleren Maßstab von 1:160000. Burgklehner hat vermutlich die Tirolkarten von Wolfgang Lazius und Warmund Ygl gekannt, seine Karte beruht aber auf eigenen, 1608 abgeschlossenen topographischen Erhebungen. Als Vorbild bei der Gestaltung dienten ihm die 1579 erstmals erschienenen Bairischen Landtafeln von Philipp Apian. Die Karte hat den gleichen Kartenschnitt wie die kleine Karte. Am unteren Rand finden sich die Wappen Leopolds V. und Claudias de’ Medici sowie der Grafschaft Tirol. An den Rändern sind Textkartuschen über Orte und die administrative Gliederung des Landes, fünf kleine Schlachtenbilder erinnern an historische Ereignisse. Die an Tirol angrenzenden Gebiete sind von Wolkenbänken verdeckt. Täler und Gewässer entsprechen weitgehend der Wirklichkeit, Gebirge und Berge werden nicht wie bei zeitgenössischen Karten in der Art von Maulwurfshügeln, sondern mit naturalistischen (gleichwohl nicht wirklichkeitsgetreuen) Aufrißzeichnungen dargestellt. Orte sind ebenfalls mit Aufrißbildern gekennzeichnet, Wälder und Weingärten werden durch entsprechende Signaturen symbolisiert. Die Bedeutung der über das gesamte Gebiet verteilten sechszackigen Sternchen ist ungeklärt, möglicherweise haben sie einen Bezug zum Bergbau. Als einzige Verkehrsverbindungen sind zahlreiche Brücken dargestellt. Die Karte enthält rund 3000 geographische Namen. Bis zum Erscheinen des Atlas Tyrolensis von Peter Anich 1774 war die große Karte zusammen mit der von Warmund Ygl die bedeutendste Karte Tirols.

Tls. leicht versetzt und mit kleinen Fehlstellen zusammengesetzt, Blatt 11 oben etw. berieben (wenig Bildverlust), unterschiedlich leicht oder stärker abgedruckt, kleines Loch in der Darstellung, weiße Seitenränder verschieden breit, etw. berieben. – Fragil, da nicht auf Leinwand aufgezogen. – Rarissimum.

Rare wall map by Matthias Burgklehner. – Engraved map (from 12 copper-plates) by A. Spängler after M. Burgklehner, 1629. – Rolled. – The parts assembled slightly shifted and with small flaws, upper part of leaf 11 slightly rubbed (no loss), the imprints in different qualities, small hole, margins in different widths, somewhat rubbed. – Fragile as not mounted on canvas. – Extremely rare.