2173: ITALIEN – SIZILIEN –

"Hain bei Ragusa". Weißgehöhte Tuschfederzeichnung wohl von Hildegard Maria von Bayern auf dünnem Karton. Nicht sign., bezeichnet, verso von anderer Hand dat. 31. 12. (19)07. 25 x 38 cm. – Unter Passepartout. (33)
Schätzpreis: 500,- €


Das mit "Originalzeichnung f. d. DAZ von (I. K. Hoheit Frau) Prinzessin Ludwig von Bayern" am rechten Rand beschriftete Blatt entstand als Illustration für die Deutsche Alpenzeitung (verso gestempelt). Als Künstlerin kommt nur Hildegard Maria, Prinzessin von Bayern (1881-1948), in Frage, die nicht nur kunstinteressiert war, sondern auch selbst malte. Da ihr als Frau Zeichenunterricht untersagt war, malte sie autodidaktisch und stand in Austausch mit Heinrich von Zügel (1850-1941), den sie um Kritik bat. Der Entstehungsort der Zeichnung ist mit Ragusa auf Sizilien angegeben. Hildegards Schwester Maria Ludwiga Theresia (1872-1954) war 1897 mit Ferdinand von Bourbon-Sizilien, Herzog von Kalabrien, verheiratet worden. Es ist also möglich, daß diese Zeichnung ein Ergebnis eines Besuches bei der Schwester war. – Die elegante Anlage des Blattes eröffnet den Blick einen Hang hinab durch einen Hain auf die steile Küste der Insel. Es zeugt vom Gefühl der 26jährigen für das Spiel von Hell und Dunkel und für Proportion und ist als ebenso schönes wie überaus seltenes Zeugnis für die malerische Tätigkeit der Prinzessin zu sehen. – Kleine Löcher in den Ecken, Kanten leicht bestoßen, minimal fingerfleckig und gebräunt. – Aus der Sammlung W. Denzel, davor aus dem Besitz von Gustav Lammers, dem Verleger der Deutschen Alpenzeitung (verso mit entsprechendem Stempel; nicht bei Lugt).