208: RAUSCHER, H.,

Hundert außerwelte, grosse, unverschampte, feyste, wolgemeste, erstunckene Papistische Lügen, welche aller Narren Lugend, als des Eulenspiegels, Marcolphi, des Pfaffen vom Kalenbergs, Fortunati, Rollwagens etc. weyt ubertreffen, damit die Papisten die fürnembsten Artickel ihrer Lehre verteydigen, die armen Christen aber verblenden unnd in Abgrund der Hellen verfüren. (Mülhausen im Elsaß, Schmid), 1562. Mit einigen Holzschnitt-Initialen und – Bordüren. 99 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. unter Verwendung einer Handschrift des 15. Jhdts. (Bindefäden fehlen, fleckig, beschabt und bestoßen). (150)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 2.400,- €


Vgl. VD 16 R 397, R 398, R 399 und ZV 17431. STC 726. Flögel, Geschichte der komischen Literatur III, 299. Rudolf Schenda, Hieronymus Rauscher und die protestantisch – katholische Legendenpolemik, in: Volkserzählung und Reformation, Berlin 1974, S. 178-259. – Einer von mehreren Drucken im gleichen Jahr. – Hieronymus Rauscher (gest. 1569), von Goedeke (II, 485) als Vorläufer Fischarts bezeichnet, war Hofprediger in Neuburg an der Donau. In der vorliegenden Sammlung von 100 katholischen Legenden und Wundergeschichten greift er in derben, beißenden Randglossen den Wunder – und Aberglauben in der katholischen Kirche an. – Titel mit kleiner Fehlstelle am Bug, mit einigen Marginalien von alter Hand, stellenw. etw. fleckig, leicht gebräunt. – Für uns nur ein Exemplar in der Niedersäschsichen Staats – und Universitätsbibliothek in Göttingen nachweisbar.