2: ARZNEIBUCH – EINZELBLATT. Fragment in zwei Teilen aus einer deutschen Handschrift

auf Pergament. Deutschland, Mitte 15. Jhdt. Zus. ca. 17 x 26,5 cm. Zweispaltig. Spaltenbreite ca. 10 cm. Mit Numerierung der Kapitel in Rot und rubrizierten Anfangsbuchstaben; liniiert. (22)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 240,- €

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Fragment aus einem großformatigen frühneuhochdeutschen Arzneibuch in kalligraphisch hochstehender Bastardschrift. – Die beiden Teile passen nahtlos aneinander. Nebeneinandergelegt ergänzen sie sich zur oberen Hälfte eines Blattes aus dem Inhaltsverzeichnis. Auf der Rectoseite sind die Überschriften der Kapitel 196 bis 207 (linke Spalte) und 219-230 (rechte Spalte) verzeichnet, auf der Versoseite die Kapitel 242-255 (linke Spalte) und 269-284 (rechte Spalte); vorhanden sind also jeweils zwischen elf und fünfzehn Kapitelüberschriften, die jeweils eine oder zwei Zeilen einnehmen. In Anbetracht der Lücken (zwölf und vierzehn Kapitel) ist eine ursprüngliche Blatthöhe von mindestens 30 cm zu errechnen. – Die hohe Kapitelzahl läßt auf ein sehr umfangreiches Arzneibuch schließen, das wir leider nicht bestimmen konnten. Unser Fragment enthält in anscheinend ungeordneter Folge Heilmittel für verschiedene Beschwerden. Einige Beispiele seien genannt: "Wenn sich der mensch an seynen gelidern verlenkcht", "Wem der pauch gepellet ist und dye wassersucht hat", "Das der syech mensch sprechent werd so nym papilion", "Wenn dem man sein gemacht geswilt", "So das menstruum uberflussig ist" oder "Wildu gern slaffen". – Tls. mit Klebespuren oder Abklatsch einer anderen Handschrift, stellenw. beschabt, etw. fleckig, gering gebräunt. – Aus der Sammlung des Heimatpflegers Hans Roth (1938-2016).