199: NÜRNBERG – DER STAT NURMBERG VERNEUTE REFORMATION 1564.

Nürnberg, Valentin Geißler, 1564. Fol. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und 2 Holzschnitt-Tafeln (davon eine doppelblattgroß). 18 nn., 1 weißes, 25 nn., 238 (statt 240) num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln (Schließen fehlen, unteres Kapital etw. läd., Bezug an den Kanten mit Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (175)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 480,- €


Erste Ausgabe der letzten Kodifikation des Nürnberger Stadtrechtes. – VD 16 N 2029. STC 656. Lentner 9492. Stobbe II, 304. – Nicht bei Adams. – Die Titelbordüre und der ganzseitige Holzschnitt stammen vom Monogrammisten M. S. (Nagler IV, 2163). Die Tafel zeigt eine Personifikation der Res Publica, in deren Schoß der Friede schläft, flankiert von den ebenfalls als Frauen dargestellten städtischen Tugenden Justitia und Liberalitas, im Hintergrund ein Ausblick auf die Stadt Nürnberg; die doppelblattgroße Tafel mit Stammbaum zur "Sippschaft nach Keyserlichem Recht".

Die fehlenden Blätter 237 und 238 in kalligraphierten Abschriften von alter Hand ersetzt. – Auf dem weißen Blatt am Beginn ein umfangreicher Eintrag von alter Hand: "Der bestellten Advocaten Aide"; der gedruckte Text wurde von verschiedenen Händen, wohl bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts, mit vielen handschriftlichen Marginalien versehen. Sie enthalten meist Hinweise auf antike, mittelalterliche oder zeitgenössische Gesetzestexte, etwa Dekrete aus dem Jahr 1600, oder juristische Publikationen, etwa die Promotionsschrift von Carl Falckner an der Nürnbergischen Universität Altdorf 1702.

Innengelenk angebrochen, fliegender Vorsatz mit hs. Inhaltsverzeichnis, hinterer fliegender Vorsatz tls. entfernt, Titel mit kleiner Wurmspur (minimaler Bildverlust), die Sippschafttafel mit Einriß, am Ende wasserrandig, das letzte Blatt verso mit Besitzvermerk "Johann Adam Hütter".