196: URSINUS, Z.,

Corpus doctrinae orthodoxae, sive catecheticarum explicationum. Opus absolutum Davidis Parei. Heidelberg, J. Lacellotus für J. Rhodius, 1612. Mit 2 Druckermarken in Holzschnitt. 16 Bl., 744 S., 36 Bl., 200 S. Blindgepr. Schweinsldr., monogr. und dat. "G P L 1613" (oberes Kapital angerissen, fleckig, stärker berieben, beschabt und bestoßen). (73)
Startpreis: 300 - 450,- €


VD 17 12:123728R. – Es erschien im selben Jahr und Verlag noch eine weitere Druckvariante (VD 17 107:716070X). – Postum erschienene Ausgabe des Werkes des Theologen und Reformators Zacharias Ursinus (1534-1583). Nachdem Ursinus vor Melanchthon eine Prüfung bestanden hatte, durfte er im zarten Alter von 15 Jahren an der Wittenberger Universität studieren. 1557 begleitete er Melanchthon zum Wormser Religionsgespräch. In Genf kam Ursinus mit Calvin und seiner theologischen Auffassung in Kontakt, zu der er sich kurze Zeit später bekannte. In Zürich arbeitete er eng mit Peter Martyr Vermigli und Heinrich Bullinger zusammen und wurde 1561 von Kurfürst Friedrich III. an die Heidelberger Universität berufen. Sein „Heidelberger Katechismus“ gehört heute noch zu den bedeutendsten protestantischen Bekenntnisschriften. – Fliegende Vorsätze fehlen, vorderer Spiegel erneuert, gebrochenes Innengelenk unsachgemäß restauriert, hinterer Spiegel mit zahlr. zeitgenössischen Annotationen, Titel recto mit Besitzvermerken von alter Hand und verso mit Annotationen, stellenw. mit Marginalien von alter Hand, am Ende mit Wurmspuren im weißen Rand und Bug (Buchstaben – und tls. Textverlust), besonders gegen Ende stärker gebräunt, gering fleckig. – Einband mit Plattenstempeln (vorne stark berieben; Hinterdeckel mit König David mit der Harfe). – Mit dreiseitig ziseliertem Schnitt.