19: SCHWEIZ – SAFIEN – "RECHEN BUCH".

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Safien (Graubünden), dat. 1773-1820. 91 (recte 92) num. Bl. (davon wenige weiß). Hldr. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen und Fraßspuren von Silberfischchen). (12)
Schätzpreis: 400,- €
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Ergebnis: 200,- €


Aufzeichnugen über Zinseinnahmen, laut Eintrag von alter Hand auf dem Spiegel: "Rechen Buch laut Inhalt für mich Mathäus Bandi". – Das Büchlein wurde wohl von einer Amtsperson angelegt. Es enthält, nach Familien geordnet, jeweils in chronologischer Folge eingetragene Notizen über die jährlichen Zinszahlungen. Die Aufzeichnungen beginnen meist 1773 und reichen oft bis 1820. Die Einträge, meist mehrere Seiten pro Familie, sind durch ein Register erschlossen. Die Ortsangaben "Saffia" und "Täna" sind mit den Orten Safien und Tenna im Safiental in Graubünden zu identifizieren. Außerdem finden sich Angaben wie zum Beispiel "in Brand", "auff der Brugg", "auff Glaß", "bey der Kirch", "in der Räuti" oder "im Thall", die wohl als Flurnamen zu deuten sind. Familiennamen wie Buchli, Gartmann, Hunger, Juon oder Zinßli sind im Safiental noch heute verbreitet. – In mehreren Fällen werden auch Naturalien eingenommen oder mit den Zinsen verrechnet. So birgt das unscheinbare Buch einen für die Flurnamenforschung, die ländliche Prosopographie und die regionale Wirtschaftsgeschichte einen wertvollen, noch zu hebenden Schatz. – Leicht fleckig.