1860: MÜNCHEN – NATIONALTHEATER –

Blick über den Max-Joseph-Platz auf das Nationaltheater, mit reicher Personen- und Kutschenstaffage. Lavierte Tuschezeichnung. F. Bollinger zugeschrieben, alt teilkoloriert, nicht bezeichnet und dat. Um 1825. 29 x 52,5 cm. – Unter Passepartout. (125)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 700,- €


Das meisterlich ausgearbeitete Blatt zeigt das Nationaltheater mit der vom Architekten Karl von Fischer entworfenen Säulenvorhalle, die nach dem Brand von 1823 bei der Neuerrichtung von Leo von Klenze hinzugefügt wurde. Der rechte Teil des Theaters wurde 1854 im Zuge der Verbreiterung der Maximilianstraße abgerissen. Linker Hand sind Teile eines alten Hauses sowie ein Wachhaus zu sehen, was auf eine Datierung um 1825 schließen läßt, denn 1826 wurde mit dem Bau des Königsbaues begonnen. – Verso ist das Blatt alt "F. Bollinger fec." beschriftet. Der Berliner Kupferstecher Friedrich Wilhelm Bollinger, 1777 geboren, ist kurz nach Vollendung des Blattes am 20. Januar 1825 gestorben, würde zeitlich also genau in die hier dargestellte Zeit passen. Wiedereröffnet worden ist das Theater übrigens am 2. Januar 1825, so daß durchaus denkbar ist, daß dieses Ereignis in der Zeichnung festgehalten ist. – Bis an die Einfassungslinie beschnitten, kleines Loch im Himmel, mehrere hinterlegte Einrisse und Randläsuren, linke Ecken mit Knicken, etw. fleckig und angestaubt. – Architekturhistorisch und stadtgeschichtlich bedeutendes Blatt. – Aus der Sammlung des Heimatpfflegers Hans Roth (1938-2016).