172: BAYERN – SAMMELBAND

mit 4 Drucken zum bayerischen Recht. 1518-1769. Fol. Hldr. d. 18. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke angebrochen, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (68)
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Enthalten in der Reihenfolge der Bindung: I. DES LÖBLICHEN HAUSS UND FÜRSTENTHUMBS OBERN UNND NIDERN BAYREN FREYHEITEN, von ainem regierenden Fürsten von Bayren, auff den andern, gemainem Landt gegeben, vernewt und bestettigt. Die auch von Kaisern und Königen zugelassen und confirmiert sein. Jetzt gemehrt und widerumb getruckt. München, (A. Berg), 1568. Fol. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 2 Bl., 237 S., 7 Bl. – VD 16 B 954. – Nicht im STC und bei Adams. – Das letzte Blatt mit winziger hinterlegter Fehlstelle (minimaler Buchstabenverlust).

II. REFORMACION DER BAYRISCH(E)N LANNDRECHT NACH CRISTI UNSERS HAILMACHERS GEBURDE IM FUNFTZEHENHUNDERT UNND ACHTZEHENDM JAR AUFGERICHT. (München, H. Schobser, 1518). Mit figürlichem Titelholzschnitt und doppelblattgr. Holzschnitt im Text. 36 nn., CLXVIIII num. Bl. – VD 16 B 1007. STC 71. Adams B 396. – Titel mit angerändertem Eckausriß (Bildverlust), der Holzschnitt mit dem Verwandtschaftsbaum etw. über die Einfassungslinie beschnitten.

III. GERICHTZORDNUNG IM(M) FÜRSTNTHUMB OBERN – UND NIDERN BAYRN ANNO 1520 AUFGERICHT. (Ebda. 1520). Mit figürlichem Titelholzschnitt. 16 nn., LXXXVII num. Bl. – VD 16 B 989. STC 71. – Nicht bei Adams. – Titel mit professionell hinterlegtem Einriß.

IV. CONCORDATEN UND RECESSEN, welche zwischen Chur-Bayrn, dann denen umliegenden Ertz – und respective Hoch-Stiftern Saltzburg, Passau, Freysing, Regenspurg, Augspurg, und Chiemsee, sowohl in älteren als neueren Zeiten, so vil das Ecclesiasticum in hiesigen Chur-Landen belanget, getroffen. Neue Aufl. (München), Kurfürstliche Akademie der Wissenschaften, 1769. 59 S. – VD 18 14898659.

Die ersten drei Werke mit zahlr. Marginalien von alter Hand (tls. leicht angeschnitten); alle Werke etw. fleckig und leicht gebräunt. – Die Zusammenstellung zu einem repräsentiven Band mit dem Rückentitel "Bayrische Freyhaiten, Landrecht u(nd) Concordaten" erfolgte im 18. Jahrhundert. Die handschriftlichen Marginalien in deutscher und lateinischer Sprache zeugen davon, daß die drei am Beginn eingebundenen Werke am Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz wohl eines angehenden Juristen waren. Vielfach beziehen sie sich zusammenfasssend auf den Inhalt, geben lateinische oder deutsche Erklärungen zu Fachbegriffen oder verweisen auf Stellen in der "Gerichtsordnung" oder "Lanndtsordnung". Einige Randbemerkungen enthalten historische Zusatzinformationen oder bringen eigene Ansichten zum Ausdruck. Im ersten Druck findet sich neben dem Satz "Wir söllen jedermann lassen bleiben" etwa die Bemerkung "Ein löblich fürstlich Wort" (S. 27); oder zur Bewilligung einer Steuer im Jahr 1516 heißt es etwa kritisch: "Anno 1588 hat man 19mal hundert tausend Gulden bewilligt, dennoch nit ersettigt oder daran zu frieden geweßen" (S. 179). Im zweiten Werk verweist eine Randnotiz etwa auf einen konkreten Fall "Hans Ernst Petter des Todtschlag daru(m)b ist er niemant nicht schuldig" (Blatt LXIII verso).