171: LICHTWARK, A., Kunsthistoriker (1852-1914).

Zwei e. Briefe mit U. Dat. (Hamburg), 5. und 25. 9. 1905. 4 und 2 Seiten. – Doppelbl. mit Briefkopf der Kunsthalle Hamburg. (21)
Schätzpreis: 100,- €
Ergebnis: 80,- €


Beide Briefe von Lichtwark als Direktor der Hamburger Kunsthalle an den Archäologen Richard Schöne (1840-1922), der von 1880-1905 Direktor der Königlichen Museen zu Berlin gewesen ist. Berichtet von einer Publikation seiner "nur für meine hamburger Freunde bestimmten Seminarfahrt", deren erste Auflage schon vergriffen sei. Bei der Überarbeitung sei ihm nun aufgefallen, wie wenig sich die sprachliche Form des Buches für die Öffentlichkeit eigne. Außerdem plane er "zur Einführung der Werke Bertrams eine Ausstellung", bei der er auch weitere Gemälde aus dem künstlerischen Umkreis des Meisters aus mehreren Gemäldesammlungen zu zeigen und zu erwerben gedenke. Er müsse noch Überzeugungsarbeit leisten, seine "Landsleute dahin zu bringen, daß sie es wollen." Persönlich habe er vor allem den Wunsch, Schöne möge mit ihm vor Eröffnung durch die Ausstellung gehen, "um die vielen Fragen und Zweifel, die ich hege, vorzutragen." Er hatte auch Woldemar von Seidlitz und Wilhelm von Bode darum gebeten, "sie können aber nicht". Die Eröffnung solle "Anfang Oktober stattfinden". – Im zweiten Brief kündigt er die Übersendung seiner nun fertiggestellten Bertram-Monographie an. Den Wunsch Lichtwarks, Schöne möge mit ihm durch die Ausstellung gehen, hatte dieser ihm offenbar am Tag zuvor erfüllt. "Die Stunden, die ich gestern mit Ihnen in der Kunsthalle verbringen durfte, gingen leider gar zu rasch vorüber", schreibt Lichtwark bedauernd; ihm sei erst danach eingefallen, was er alles hätte fragen sollen. – Leicht gebräunt.

DAZU: BECKERATH, F. A. VON, Kunstsammler (1834-1915). E. Brief mit U. Dat. Berlin, 10. 8. 1905. Kl.-4º. 4 S. – Doppelblatt. – Ebenfalls an Richard Schöne. Interessantes, inhaltsreiches Schreiben, das einen Einblick in das Verhältnis des bedeutendsten Kunstsammlers seiner Zeit zu den musealen und wissenschaftlichen Institutionen gewährt. In diesem Fall geht es um den Verkauf eines um 1550 entstandenen Madonnenreliefs des venezianischen Bildhauers Jacopo Sansovino an das Kunstmuseum Krefeld, in dessen Besitz es sich heute noch befindet.

Ferner beiliegend zwei Briefe mit eigenhändiger Unterschrift des Politikers Herbert von Bismarck, Sohn Otto von Bismarcks (1849-1904), datiert Schönhausen, 16. 8. 1896, und Berlin, 16. 2. 1902, sowie ein Brief von Bismarcks Frau Marguerite, datiert Baden, 19. 10. 1901.