166: SANDER, E.,

Schriftsteller (1898-1976). 13 ms. Briefe und ein e. Brief, jeweils mit e. U., mit zus. 22 Seiten. Dat. 1922-72. Meist Fol. – Davon 2 Briefe mit gedrucktem Briefkopf des Reclam-Verlages; ferner 2 Typoskripte (1/2 und 6 S.), einige e. Postkarten und einige Photographien. (61)
Schätzpreis: 500,- €


Die Briefe, meist an den Osnabrücker Schriftsteller Ludwig Bäte (1892-1977), zeugen von einer langjährigen herzlichen Freundschaft und beruflichen Zusammenarbeit. – In dem frühesten (eigenhändigen) Brief vom 24. 2. (19)22 bedankt sich Ernst Sander als "blutiger Anfänger" für die "feinsinnige, eingehende Kritik meines Versbuches". Spätere Schreiben gelten oft Publikationen oder Projekten. So enthält ein Brief vom 11. 1. (19)62 neben Glückwünschen zu dem von Bäte 1961 publizierten Werk über den Osnabrücker Juristen und Literaten Justus Möser (1720-1794) auch kritische Anmerkungen im Detail. Mehrfach kommen auch finanzielle und gesundheitliche Probleme zur Sprache. – Das sechsseitige Typoskript "Keine Stiefel – aber den Kopf" ist eine biographische Skizze über den Grafen Gustav von Schlabrendorf (1750-1824).

Enthalten sind zwei Briefe (1927 und 1931) von Sander an den Schriftsteller Wilhelm Scharrelmann (1875-1950) als Vorsitzenden der Schriftstellervereinigung "Die Kogge". In einer Auseinandersetzung von Bäte mit der 1953 unter seiner eigenen Beteiligung nach dem Krieg wiedergegründeten Vereinigung versuchte Sander zu vermitteln (Brief vom 8. 3. [19]58). Möglicherweise steht damit auch das halbseitige Typoskript vom 11. 8. (19)58 in Verbindung, in dem Sander seinen langjährigen Freund entschieden gegen den Vorwurf der Nähe zu den Nationalsozialisten verteidigt: "ein human denkender, humanitär handelnder Dichter und Mensch, zum Nazismus in schroffstem Gegensatz gestanden … stets ein ausgesprochener Philosemit". – Meist nur leichte Altersspuren.