163: VOSS – MILLER, F.,

deutscher U-Bootkommandeur und Korvettenkapitän im Zweiten Weltkrieg (geb. 1909). E. Brief mit U. Dat. Memel, 25. 7. 1944. 29,5 x 20,4 cm. 3 Seiten. (1)
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Interessantes Schreiben eines hohen Marineoffiziers an den ihm freundschaftlich verbundenen Vizeadmiral Hans-Erich Voss (1897-1969) nach dem Attentat vom 20. Juli. Die Worte von Miller, der zu dieser Zeit Kommandeur der 4. U-Lehrdivision (4. ULD) in Memel gewesen ist, sind die eines überzeugten Anhängers des Führerkults im Nationalsozialismus. Über die pflichtgemäße Verurteilung des Attentats hinaus ist bei Miller ein tiefer Glaube an die Person Hitlers zu spüren: Das Attentat habe eine "Schicksalsverbundenheit ausgelöst, die in dieser Schicksalsstunde des Reiches zu seiner Rettung werden wird." Da Voss zur "engeren Führerfamilie" gehöre und selbst vom Attentat betroffen sei, möchte er diesem die "Dankbarkeitsbekundungen … in Volk und Truppe … überbringen". Militärhistorisch aufschlußreich sind in diesem Brief einige bisher unbekannte Fakten zur Geschichte der U-Lehrdivision und Millers eigener Biographie: "Was mich anbetrifft, habe ich die Freude, nachdem ich beim HKU [Höheres Kommando der Unterseebootsausbildung] als Stabsoffizier beim Stabe, dann als Abt. Kommandeur beim 1. ULD, dann 3. ULD gewirkt habe, jetzt die neu aufgestellte 4. ULD ins Leben zu rufen und zu führen [als deren Kommandeur]." Die 4. ULD war im Februar 1944 in Memel eingerichtet worden, um das technische Personal für die neuen Elektro-U-Boote der U-Boot-Klasse XXI auszubilden. Felix Miller blieb deren einziger Kommandeur. Im November 1944 wurde die Division, der nur ein einziges U-Boot zugewiesen war (U 103), wieder aufgelöst. Miller hat den Krieg überlebt, doch ist nicht bekannt, wann er gestorben ist. – Geringe Faltspuren. – Beilagen.