15: KOCH – UND HEILMITTELREZEPTBUCH –

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Süddeutschland, um 1750-1870. 4º. Ca. 160 Bl. Beschäd. Pgt. d. Zt. (Rücken in Lwd. erneuert, fleckig). (145)
Schätzpreis: 700,- €


Reichhaltige Sammlung mit mehreren Hundert Rezepten. – Am Beginn und Ende finden sich einige Heilmittelrezepte in einer breiten lockeren Kurrentschrift des 18. Jahrhunderts, darunter "Die Flecken zu vertreiben von den Bladern" oder "Ein bewert Wind Pulffer". Von einer anderen Hand, wohl aus dem späteren 18. Jahrundert stammt ein "Herrliches Recept wieder das grausam verderbliche Matum Hypochondriacum". Von derselben Hand eine Bemerkung des Schreibers mit der Überschrift "Domini Authoris additameta", beginnend "Versichere, daß obvermeldte Mittel aus tausenderely, die außerlesensten seyen …"

Doch wurde der Großteil der Rezepte, oft Heilmittel, Nützliches für den Haushalt und viele Koch – und Backrezepte, wohl bis in das späte 19. Jahrhundert von vielen Händen zusammengetragen. Das Spektrum reicht von "Guten Coffée zu bereiten" bis "Presskopf". Oft ist neben den Rezepten eine persönliche Quelle vermerkt, so findet sich auf einer Seite, wohl gleichsam als Überschrift für die folgenden Rezepte der Eintrag "Von Frau Tucher zu Nürnberg"; gelegentlich wurden die Rezepte auch aus gedruckten Quellen abgeschrieben, so einem Stuttgarter Kochbuch von 1777 oder aus den "Oeconomischen Neuigkeiten". Vereinzelt sind Daten eingetragen, etwa "Aniszeug auf den Weihnachtsbaum, 1817 gemacht", zu einem "Honigkuchen oder Hamburger Braunkuchen von Mad. Beneke" findet sich der Vermerk "Heidelberg, 20. December 1843 probatum" und ein Auflauf mundete am 20. Marz 1868. – Das erste Bl. unten mit großem Ausriß, an verschied. Stellen einige Bl. entfernt, am Ende oben mit flächiger Wurmspur (kleiner Buchstabenverlust), etw. fleckig und leicht gebräunt.