147: MÜLLER, J. VON,

Historiker (1752-1809). E. Brief mit U. Dat. Aschaffenburg, 20. 8. (17)91. 23 x 18,7 cm. 2 1/2 Seiten. – Doppelblatt. (8)
Schätzpreis: 400,- €


An den berühmten Anatomen Samuel Thomas von Sömmerring (1755-1830), den der Schweizer Historiker Johannes von Müller als "werthesten Freund" anspricht und ihm allerhöchstes Lob zollt. Seine "Anatomie" werde "Epoche machen" und müsse ihn, selbst wenn er sonst nichts getan hätte, "verewigen, wie Hallern seine Physiologie … Glücklicher Mann! Ihre Werke bleiben; semper honos, nomenque tuum laudesque manebunt." Von dem, was er gerade tue – er war damals im Dienste des Kurfürsten von Mainz diplomatisch tätig – , urteilt er dagegen nur schlecht: "es bleibt davon so wenig Spur als in der Luft von einem Schall. Auch tröstet mich nur die Hofnung, in künftigen Jahren es als einen Schatz von Erfahrung zu nutzen und endlich dann mir selbst zu leben …" – Der Brief ist – mit kleinen Ungenauigkeiten – publiziert und findet sich in voller Länge abgedruckt bei Rudolph Wagner, Samuel Thomas von Sömmerring’s Leben und Verkehr mit seinen Zeitgenossen, Abt. I: Briefe berühmter Zeitgenossen an Sömmerring, Leipzig 1844, S. 64/65 (Nr. 51). – Auf Bütten mit Wasserzeichen "D&G BLAUW" unter bekröntem Wappenschild. – Gering gebräunt und fleckig.