1465: KÖLN – KARNEVAL – GÜRZENICH – NEUMANN, H.,

Carnevals Tänze zur Feier des Jubel Jahres des eilften hanswurstlichen und achtzehnhundert drei und dreissigsten alltäglichen Styls. Ausgeführt auf dem Gürzenicher Fest-Balle am 17ten Februar. Aus den beliebtesten Carnevals Melodien zusammengetragen und für das Pianoforte eingerichtet. Köln, Busch, o. J. und Plattennr. (1833). Qu.-Fol. Mit großer figürlicher Titelvign. 7 S. (Titel und Notentext, alles lithographiert). Lose Bl., ohne Einband. (47)
Schätzpreis: 300,- €
Ergebnis: 170,- €

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Unbekannter Druck, weder über den KVK noch im RISM nachweisbar. – Von dem Klarinettisten, Musikpädagogen und Komponisten Heinrich Neumann (1792-1861) arrangierte Klavierfassung von sechs Karnevalsliedern, dem Walzer "Herbei! Herbei! ihr Leute", einem "Gespenster-Galopp", der Deutzer, der "Raticati" – und der Köbes-Melodie sowie dem Galopp "Görgelche". – Der aus Frankfurt stammende Neumann war kurzzeitig als Dirigent des Kölner Hoforchesters tätig, bevor er nach Antwerpen ging. Für den Komponisten lediglich eine Gelegenheitsarbeit, doch ein rares Dokument zur Geschichte der Karnevalsbälle im Kölner Gürzenich. Die Nachtbälle "zum Besten der Armen" waren im Jahr 1822 in das alte Tanzhaus der Ratsherren verlegt worden und wurden dort von einer großen Menschenmenge gefeiert, zur Eröffnung 1822 waren es mehrere Tausend Personen (vgl. H. Klauser, Kölner Karneval zwischen Uniform und Lebensform, Münster 2007, S. 130). Wie im Titel genannt, wurde 1833 der elfte Jahrestag der Gürzenich-Bälle begangen. Die Titelvignette zeigt einen tanzenden Narren mit Symbolen von Musik und Theater, dazu die Jahreszahl "1933", also wohl ein Ausblick auf die kommenden einhundert Jahre. – Unser Druck hat später wohl noch Fortsetzungen gefunden; ebenfalls aus der Feder Neumanns stammen sogenannte "Neue Kölner Kasino Tänze für das Piano forte", auch diese verlegt bei dem ebenso unbekannten Verleger Busch in Köln und in zwei – offenbar nicht datierten – Folgen erschienen. – Titel mit kleiner Klebespur und Nummernetikett links oben, leicht gebräunt und fleckig.