144: RUPP, E.,

Physiker (1898-1979). Teilnachlaß. Ca. 40 Briefe, meist an Emil Rupp gerichtet, dat. 1926-35; ferner ca. 20 Photographien von Teilnehmern der Tagung der Nuklear-Physiker in Rom 1931 (tls. Dubletten); Beilagen. (187)
Schätzpreis: 2.000,- €
Ergebnis: 1.700,- €


Umfangreicher Teilnachlaß des Physikers Emil Rupp, der 1926 mit seiner Habilitationsschrift die Aufmerksamkeit von Albert Einstein auf sich zog und Einstein glauben ließ, daß er den experimentellen Nachweis für seine Theorie "Über die Interferenzeigenschaften des durch Kanalstrahlen emittierten Lichtes" liefern konnte. In einem Sonderdruck der Sitzungsberichte der preußischen Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 1926, der in unserem Teilnachlaß enthalten ist, wurde der Aufsatz von Einstein gemeinsam mit dem entsprechenden Beitrag von Emil Rupp herausgegeben.

Enthalten sind in unserem Teilnachlaß unter anderem zahlreiche Briefe von Physikern mit fachlichem oder die berufliche Situation betreffendem Inhalt: 12 e. Briefe des Physikers RUDOLF TOMASCHEK (1895-1966) aus den Jahren 1926-32, 7 e. Briefe des Physikers und Pioniers der Fernsehtechnik AUGUST KAROLUS (1893-1972) aus den Jahren 1926-28, 2 e. Briefe des Physikers ALEXANDER ILJITSCH LEIPUNSKI (1903-1972), beide aus dem Jahr 1930.

Ein masch. Brief (ohne Unterschrift) eines Dipl.-Ing. v. Meibom, der wie Rupp am Forschungsinstitut der AEG angestellt war, an den Physiker Fritz Kirchner (1896-1967) in München, dat. 8. 10. (19)32, versucht "Zweifel an der Entstehung der gemeinsamen Arbeit von Herrn Dr. Rupp und mir" auszuräumen. Vor allem aber gibt der Teilnachlaß Einblick in die Vorgänge im Anschluß an die Aufdeckung der wissenschaftlichen Fälschungen von Emil Rupp, die 1935 endgültig erkannt wurden. Zu erwähnen sind insbesondere die Schreiben des Psychotherapeuten VIKTOR EMIL GEBSATTEL (1883-1976): ein e. Brief mit e. U., dat. 9. 4. (19)35, in dem es etwa heißt: "Das entscheidende Problem Ihres Lebens ist sicher Ihre Ehe!"; ferner ein masch. "Ärztliches Zeugnis" (Abschrift), dat. 2. 2. (19)35, ein "Ärztliches Gutachten" mit e. U., dat. 20. 3. (19)35, sowie eine masch. Mitteilung mit e. U., dat. 23. 5. 1935. – Mehrere kurze Schreiben von Physikern stehen in Zusammenhang mit der "Erkrankung" von Emil Rupp, so ein e. Brief mit e. U. von WOLFGANG PAULI (1900-1958), dat. 2. 11. (19)35; ein masch. Brief mit e. U. von CARL RAMSAUER (1879-1955), dat. 11. 7. (19)35, mit Briefkopf des AEG Forschungs-Institutes: "Ueber Zürich und London habe ich gehört, Sie hätten bei Bewerbungen im Ausland Ihre Erkrankung auf die Verfolgungen zurückgeführt, welche Sie wegen der nichtarischen Abstammung Ihrer Frau in Deutschland hätten erdulden müssen. Ich muß Sie, auch im Interesse des Forschungs-Instituts, dringend um Aufklärung dieser Angelegenheit bitten"; ein masch. Brief mit e. U. von PAUL SCHERRER (1890-1969), dat. 14. 10. 1935; ferner enthalten ist ein masch. Brief mit e. U. des Physikers JAMES FRANCK (1882-1964), gerichtet an Henriette Rupp, die sich um Hilfe bei der Stellensuche für ihren Mann an ihn gewendet hatte.

Ca. 20 Photographien, teils Dubletten, zeigen Teilnehmer der Tagung über Kernphysik in Rom 1931, an der unter anderem Nils Bor, Marie Sklodowska-Curie und Werner Heisenberg teilnahmen; Beilagen, darunter ein Reisepaß von Emil Rupp, gültig bis 1939; ferner Notizen in Bleistift, vermutlich von Philipp Lenard (1862-1947), dem Doktorvater von Emil Rupp, und Zeitungsausschnitte. – Leichte bis mäßige Altersspuren.Collection of around 40 letters and 20 photographs from the estate of physicist Emil Rupp, who was one of the leading figures in the field of experimental nuclear physics between 1926 and 1935. – Extensive collection from the estate of the physicist who attracted the attention of Albert Einstein with his habilitation thesis in 1926 and made Einstein believe that he could provide experimental proof for his theory "On the interference properties of the light emitted by channel rays". Einstein’s paper was published together with a corresponding contribution by Emil Rupp in an offprint of the Sitzungsberichte der Preuß211ischen Akademie der Wissenschaften from 1926 (enclosed). Included are, among other things, numerous letters from physicists with technical or professional content, including letters from Rudolf Tomaschek, August Karolus and Alexander Iljitsch Leipunski. A typewritten letter (unsigned) from an engineer von Meibom, who like Rupp was employed at the AEG research institute, to the physicist Fritz Kirchner in Munich, dated October 1932, in an attempt to dispel "doubts about the origin of the joint work of Dr. Rupp and myself". Above all, the partial estate provides insight into the events following the discovery of Emil Rupp’s scientific falsifications, which were finally recognized in 1935. These include a letter from the psychotherapist Viktor Emil Gebsattel, and letters from the physicists Carl Ramsauer, Paul Scherer and James Franck. Photographs show participants at the 1931 Rome meeting on nuclear physics, including Nils Bor, Marie Sklodowska-Curie, and Werner Heisenberg. – With few additions. – The majority of the letters in good condition.