1349: SANDER, A.,

Familie Kesgen aus Lautzert im Westerwald, mit Hund. Vintage. Silbergelatine-Abzug. Nicht dat. (um 1910). Ca. 21,5 x 27,5 cm. – Unter Passepartout d. Zt. mit Studio-Signet "Aug. Sander Lichtbildner, Köln-Lindenthal". Unter Glas und Passepartout gerahmt (dieses an das Glas alt montiert). (205)
Schätzpreis: 4.000,- €


Erst 1909 siedelte August Sander mit seiner Familie nach Köln-Lindenthal um. Schon im nächsten Jahr begann er mit seinen extensiven Studien im Westerwald. Immer wieder zog es den Photographen in das rheinische Gebirge, wo er meist einfache Familien oder Jägersleute ablichtete. Das Oeuvre aus dem Westerwald betrachtend, kann man die These aufstellen, daß Sander dort sein Auge für die Kompositionen mit starken Licht-Schatten-Kontrasten schärfte, für die er bekannt ist. – Unsere Photographie zeigt eine fünfköpfige Familie; die drei Söhne stehen stramm hinter den vorne sitzenden Eltern, der jüngste Sohn hält den Familienhund an der Kette. Sämtliche Familienmitglieder blicken etwas steinern geradeaus in die Kamera; man hat sich in feinsten Sonntags-Zwirn gekleidet, denn Familienphotos sind noch immer eine Besonderheit. – Verso auf der Rückseite des Rahmens mit dem handschriftlichen Vermerk "Fam. Heinrich Kesgen (Sohn auf Photo gef(allen) 1. W(elt)K(rieg). Lautzert/Westerwald (Nähe Puderbach) ca. 1910". Die moderne Handschrift und die persönlichen Informationen lassen vermuten, daß das Bild länger in Familienbesitz war und ein Nachkomme die Daten für die späteren Generationen festgehalten hat. – Altersspuren.

Portrait of the Kesgen family from Lautzert, with dog. Silver gelatin print. Undated (around 1910). – Under passe-partout with the studio-signet "Aug. Sander Lichtbilder, Köln-Lindenthal". – Traces of age. – Framed and glazed (passe-partout fitted on the glass). – On the back of the frame with a note: "Family of Heinrich Kesgen (son on photo fallen in World War I.) Lautzert/Westerwald (close to Puderbach) around 1910." The modern handwriting and the personal informations let us believe that the photograph was family owned for a longer period and that a descendant of Heinrich Kesgen wrote those lines to preserve the information for later generations.