1273: BACH, J. S.,

Magnificat à cinque voci, due violini, due oboe, tre trombi, tamburi, basson, viola e basso continuo. Bonn, Simrock, o. J. (Plattennr. 770; 1811). 4º. 53 S. (Titel [in der Paginierung] und Notentext, alles gestochen). Mod. Pp. (27)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 850,- €


Erste Ausgabe. – RISM A/I, B 435 (und Nachtrag BB 435). – Das "Magnificat" in Es-Dur, BWV 243a, aus dem Jahr 1723 ist die Urfassung der heute weit bekannteren Version in D-Dur, die zehn Jahre später entstanden ist. Sie ist harmonisch etwas geglättet, und ihr fehlen die vier weihnachtlichen Einlagesätze. Diese sind auch in dem vorliegenden Erstdruck weggelassen. Herausgegeben wurde diese erste Ausgabe von Georg Johann Daniel Poelchau (1773-1836), einem bedeutenden Privatgelehrten und Musikaliensammler, der die größte Bachsammlung besaß, die sich jemals in privaten Händen befand. Die Erstveröffentlichung des Magnificat durch ihn und den Verleger Simrock bildet einen bedeutenden Schritt in der Rezeption und Wiederentdeckung der großbesetzten geistlichen Werke Johann Sebastian Bachs im frühen 19. Jahrhundert. "Georg Pölchaus Ausgabe des Magnificat aus dem Jahre 1811 nahm insofern eine Schlüsselstellung ein, als das Werk zwischen den in der ersten Phase erschienenen A-cappella-Werken und den Messen und Passionen der 1820er und 1830er Jahre vermittelte. Für das Publikum mag nicht nur die Tatsache eine Rolle gespielt haben, daß Pölchau im Besitz des Manuskripts war, sondern auch, daß das Magnificat ein prachtvoll-repräsentatives und das erste den Orchesterpart einbeziehende Chorwerk war, das somit gleichsam dem Vorbild der zu dieser Zeit äußerst geschätzten Chorwerke Händels nachkam" (M. Zenck, Die Bach-Rezeption des späten Beethoven, Stuttgart 1986, S. 12). – Ränder stellenw. leicht fleckig. – Unbeschnitten.

First edition. – Margins here and there slightly soiled. – Untrimmed. – Modern cardboard.