127: LUDOVICA WILHELMINE VON BAYERN – VIER GRATULATIONSBRIEFE

von Kindern und einer Enkelin der Gemahlin von Herzog Max in Bayern. Dat. Possenhofen, 1837-50, und nicht dat. (um 1885). Verschied. Formate. Zus. 9 1/2 S. – Jeweils Doppelblätter. (100)
Schätzpreis: 1.500,- €
Ergebnis: 750,- €


Vorhanden sind Briefe von Ludwig Wilhelm, genannt Louis (1831-1920), Karl Theodor (1839-1909), der hier mit Karl unterzeichnet, und Marie (1841-1925). – Alle drei Briefe sind der Mutter zum Namenstag gewidmet, Zeugnisse kindlichen Gehorsams auch im Bemühen um perfekte Kalligraphie.

Louis bringt in seinem Schreiben, datiert Possenhofen, 25. 8. 1837, neben dem Glückwunsch auch den zweiten Zweck der kindlichen Schriftstücke deutlich zum Ausdruck: "… zugleich eine kleine Probe meiner Fortschritte im Schreiben, die ich täglich zu vergrößern mich eifrigst bemühen werde."

Karl Theodor (1839-1909) verwendet in seinem vierseitigen Brieflein, datiert 25. 8. 1847, für seine Verse über die Mutterliebe das gleiche mit einer Spitzenborte geschmückte Briefpapier wie seine Schwester Elisabeth (siehe unsere Losnummer 96).

Der kleine Brief von Marie (1841-1925), datiert 30. 8. 1850, endet mit den Worten: "Möge aber auch der liebe Gott mein Bemühen, dir durch Fleiß recht viele Freude zu machen, segnen und es mir auf diese Weise gegönnt seyn, dir deine mütterliche Sorgfalt und Liebe einigermaßen zu vergelten und mich derselben immer würdiger zu machen. Dieß sind die Wünsche um deren Erfüllung heute ganz besonders zu Gott bitten wird deine dich innigliebende Tochter Marie."

Der vierte kindliche Brief ist mit Elise unterzeichnet, jedoch nicht datiert. Er preist in einem zweiseitigen Gedicht "Mutterherz", "Mutterzärtlichkeit" und "Mutterwonne". Ein sechszeiliges Gedicht als Zusatz auf der dritten Seite, geschrieben mit feinster Feder von Erwachsenenhand und unterzeichnet mit "Gackel", erweist, daß es sich hier um das Schreiben einer Enkelin von Herzogin Ludovica handelt. Karl Theodor, der im Familienkreis Gackel genannt wurde, hatte eine Tochter namens Elisabeth Gabriele.

Beiliegen zwei weitere kindliche Glückwunschschreiben derselben Provenienz, jedoch nicht mit Namen unterzeichnet und nicht datiert; ferner drei Stundenpläne, wohl von Kindern der Herzogsfamilie (davon einer datiert 1868/69), und zwei Stundenpläne der Prinzessinnen Wiltrud, Helmtrud und Hildegard, Töchtern von König Ludwig III. (ein Plan datiert 1894/95). – Aus Wittelsbacher Besitz.