127: KLEE, LILY,

Pianistin und Ehefrau von Paul Klee (1876-1946). E. Brief mit U. Dat. (Bern), 7. 8. (19)40. 2 Seiten. – Doppelbl. mit Trauerrand. (8)
Schätzpreis: 600,- €


Ausführliches Dankesschreiben zur Kondolenz des Basler Kunsthistorikers Joseph Gantner, der ihr einen "so schönen Brief" geschrieben hatte. Ihr Mann, Paul Klee, war am 29. Juni 1940 während eines Kuraufenthalts in Muralto, Tessin, verstorben. Die späte Beantwortung entschuldigt sie mit ihrem Gemütszustand: "Ich war seelisch sehr angegriffen". Ihr Verlust sei unermeßlich, doch betont Lily, daß es ihr in erster Linie um das Schaffen ihres Mannes gehe, dessen Werk ihr nicht allein gehöre, "sondern der Kunst, den Freunden seiner Kunst, den Künstlern, der Welt." Ihre Lebensaufgabe werde "darin bestehen sein großes hinterlassenes reiches Werk in seinem Geist und würdig des Andenkens dieses großen, einzigartigen Menschen und Künstlers zu verwalten." Das Angebot Gantners, ihr dabei zu helfen, gebe ihr "Vertrauen und Trost". Zuversichtlich sei sie über die künftige Bedeutung von Klees Schaffen: "Aber sein Werk, sein Geist lebt und das Werk wird wachsen." – Makellos.