127: DURANTI, GUILLELMUS,

Rationale divinorum officiorum. Nürnberg, A. Koberger, 1480. Fol. Mit kolor. Holzschnittbordüre und zahlr. Holzschnitt-Initialen (davon eine koloriert); durchgehend rubriziert. Mit Initiale mit Federverzierung (7 x 7 cm), zahlr. eingemalten Initialen in Rot und Blau; durchgehend rubriziert. 1 nn., 197 num. Bl. (mit dem ersten [weißen] Blatt). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln (Beschläge und Schließen entfernt, Bezug mit einzelnen Kratzspuren, fleckig und beschabt). (79)
Schätzpreis: 8.000,- €
Ergebnis: 4.000,- €


Goff D-422. IGI 3630. BMC II, 418. GW 9121. BSB D-341. – Erstmals 1459 bei Fust in Mainz erschienen, wurde das Werk bereits in der Inkunabelzeit über vierzigmal aufgelegt. – Der wichtigste liturgische Traktat des Mittelalters, verfaßt von Guillaume Durand (Durandus, Duranti oder Durantis; um 1230-1296) in Italien vor 1286. In acht Bücher abgeteilt, enthält das Werk genaue liturgische Anweisungen, etwa wie der Kirchenraum zu gestalten ist, über die Altargeräte und die Gewandung. – "Es ist dies die erste vollständige Darstellung des sogenannten jus liturgicum und hat bis auf die Neuzeit ein hohes Ansehen behauptet" (Schulte, Lit. des kanon. Rechts, II, 155). – Spiegel mit Einträgen von alter Hand, das erste Blatt mit Stempel des Gymnasiums Gotha, Bl. LXII mit Einriß, stellenw. mit Wasserrand in Kopf – oder Fußsteg, am Beginn und Ende mit einzelnen kleinen Wurmspuren (kein Buchstabenverlust), leicht fleckig.

With coloured woodcut bordure and numerous woodcut initials, rubricated throughout. With an initial in pen and ink (7 x 7 cm) and with numerous manuscript initials in blue and red. – After being printed first in 1459 this work was published over forty times in the incunabula period alone. – Most important liturgical treatise of the Middle Ages; written by Guillaume Durand (Durandus, Duranti oder Durantis; around 1230-1296) before 1286 in Italy. Sectioned into 8 books, this work gives detailed liturgical instructions, for example how to design a church interior, or what liturgical devices and garments to use. – Paste down with old entries, first leaf with stamp of the grammar school in Gotha, leaf LXII with tear, partially waterstained on upper or bottom margin, sporadic worming at beginning and end (no loss of letters), slightly soiled. – Contemporary blind tooled pig skin over wooden boards (fittings and clasps removed, scuffed and scratched).