126: KESSELRING, A.,

Generalfeldmarschall (1885-1960). E. Brief mit e. U. Dat. Werl, 1. 12. 1949. Eine Seite. – Briefpapier des Kriegsverbrechergefängnisses Werl mit gedrucktem Kopf mit hs. Ergänzungen. (130)
Schätzpreis: 400,- €


An den General der Flieger der Luftwaffe, Hans Seidemann (1902-1967). – Albert Kesselring war als Oberbefehlshaber in Italien unter anderem für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen mitverantwortlich. Von einem britischen Militärgericht zunächst zum Tode verurteilt, wurde er bald zu lebenslanger Haft begnadigt, die er von Oktober 1947 bis zu seiner abermaligen Begnadigung im Oktober 1952 im britischen Militärgefängnis Werl verbüßte. – Kesselring teilt Hans Seidemann mit, daß ein "Sonderbesuch" mit einer Dauer von zwei bis vier Stunden genehmigt wurde. "Ich freue mich; ich werde das historische Material bereithalten." – Mit kleinen Randeinrissen und Faltspuren.

DAZU: KESSELRING, A., Soldat bis zum letzten Tag. Bonn, Athenäum-Vlg., 1953. 475 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Lwd. d. Zt. (minimale Altersspuren). – Auf dem Vorsatz mit hs. Widmung des Verfassers mit e. U., datiert Bad Kissingen, 24. 3. 1953: "Seinem lieben Stabschef der Luftflote 2, Herrn General d. Flieger a. D. Hans Seidemann im Gedenken an gemeinsames Erleben und als ein kleines Dankeszeichen insbesondere für die Tatkameradschaft während meiner Gefängniszeit übereignet"; darunter (mit Klebestreifen montiert) eine kleine Photographie, die laut rückseitiger Beschriftung Kesselring und Seidemann im September 1941 in Smolensk zeigt.

Beiliegt ein maschinenschriftliches Schreiben des "Allied National Prison, Werl", datiert 25. 11. 1950 (in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung) an Hans Seidemann. Er erhält auf seinen Antrag hin die Genehmigung, "Kesselring für eine Dauer von 3 Stunden zu sprechen und kriegsgeschichtliche Fragen zu erörtern. (Unter Aufsicht)".