123: LAUBER – OPHTHALMOLOGIE – SAMMLUNG

von zus. ca. 80 hand – und maschinenschriftlichen Briefen und Post – und Glückwunschkarten sowie Telegrammen zum 75. Geburtstag des Augenarztes Hans Lauber im Jahr 1951. Gebunden in Lwd. d. Zt. mit Deckeltitel "Goisern / 25. Juli 1951". (49)
Schätzpreis: 260,- €


Hans Lauber (1876-1952) hatte sich zur Zeit des Ersten Weltkrieges Verdienste um die Bekämpfung des Trachoms in der österreichischen Armee erworben. Ab 1931 leitete er die Augenklinik der Universität in Warschau, nach deren Schließung ab 1940 die Augenklinik in Krakau. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lehrte er als Gastprofessor an der Wiener Universität (NDB XIII, 695).

Die Gratulationsschreiben, meist von Schülern und ehemaligen Kollegen, bezeugen die im Laufe der bewegten Berufsjahre entstandenen Verbindungen, darunter von international renommierten Wissenschaftlern, von denen einige nun in den USA oder in Südafrika tätig waren. Enthalten sind unter anderem Briefe der Ophthalmologen Adolphe Franceschetti (1896-1968), Hugo Gasteiger (1899-1978), LeGrand H. Hardy (1895-1954), Alexander Jokl (1895-1965), Walter Kikuth (1896-1968) und Peter C. Kronfeld (1899-1980). Die Schriftstücke erinnern aber auch an die Kontakte zu fanatischen Nationalsozialisten wie Richard Haas (1910-1988), Mitglied von SA und SS, der in Lemberg zur Zeit der deutschen Besatzung in Kooperation mit dem KZ Buchenwald Fleckfieberforschung betrieben hatte. Auch Hans Lauber war nach dem Krieg der Beteiligung an Versuchen mit Menschen und der Mißhandlung von Patienten beschuldigt worden.

In Krakau hatte Lauber am Ende des Krieges sein gesamtes Vermögen verloren. So gibt es einen zweiseitigen Brief von einem Josef Klug, der auf die Probleme mit der Creditanstalt in Krakau und die derzeitige schwierige finanzielle Lage des Professors eingeht. An die Zeit in Polen und die Flucht von Krakau nach Österreich erinnert ebenso ein Brief von B. Obermann, Mitarbeiter der Farbwerke Hoechst, ehemals für die Farbenfabriken Bayer tätig. – Ferner enthalten sind Briefe von Mitarbeitern von Bayer und Telegramme unter anderem der American Academy of Ophthalmology und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. – Fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk "Papas 75. Geburtstag". – Block gebrochen, geringe Altersspuren.