1164: TOD – HUFELAND, CH. W.,

Über die Ungewißheit des Todes und das einzige untrügliche Mittel, sich von seiner Wirklichkeit zu überzeugen, und das Lebendigbegraben unmöglich zu machen. Salzburg, Duyle, 1791. 32 S. Heftstreifen d. Zt. (125)
Schätzpreis: 150,- €


Separatabdruck aus dem "Neuen Teutschen Merkur", 1790, Nr. 5, S. 11-39. – VD 18 11419946. Böning/Siegert 3223 und 3224 (nennen außerdem eine Grazer Ausgabe und bezeichnen sie und die Salzburger als unrechtmäßig). – Vgl. Hamberger/Meusel III, 457-458 (erweiterter Abdruck Weimar 1791: Über die Ungewißheit … nebst der Nachricht von der Errichtung eines Leichenhauses in Weimar). – Programmatische Abhandlung zur Errichtung von Leichenschauhäusern; aus der Feder des großen Hufeland, dessen ganzes Trachten der Vermeidung lebensverkürzender Gegebenheiten galt, was ihn die berühmte "Kunst das menschliche Leben zu verlängern" zu verfassen bewog. Mit dieser seiner Makrobiotik ist Hufeland noch immer auf dem Buchmarkt präsent. Nicht mehr allgemein bekannt ist indes, daß der Bau des ersten deutschen Leichenschauhauses in Weimar 1792 auf seine Anregung und nach seinen Plänen erfolgte. Leichenschauhäuser beseitigten hinfort zunehmend die Furcht, lebendig begraben zu werden, und waren eine wichtige volkshygienische Station auf dem Weg zur Vermeidung von Infektionskrankheiten und Epidemien. – Die ersten 3 Bl. mit kleinen Ausrissen am Seitensteg, eselsohrig, angestaubt, leicht gebräunt.