115: HOOVER, J. E.,

Direktor des FBI (1895-1972). E. U. auf der Rückseite eines zu seinen Gunsten ausgestellten Schecks der Chemical Bank & Trust Company. Dat. New York, 5. 7. 1940. 16 x 6,9 cm. – Ausgefüllter Vordruck, bei Einlösung gestempelt und gelocht. (1)
Schätzpreis: 300,- €
regelbesteuert 19% MwSt.
Ergebnis: 260,- €


Vorliegender Scheck ist über die nicht unbeträchtliche Summe von 2500 Dollar für John Edgar Hoover ausgestellt worden, der den Empfang des Geldes verso quittierte. Der Aussteller war Courtney R(yley) Cooper (1886-1940), der das Formular von eigener Hand ausgefüllt hat und dessen Unterschrift es auf der Vorderseite trägt. Der legendäre wie auch heftig umstrittene FBI-Direktor und der Zirkusartist, Publizist und Schriftsteller Cooper standen lange Zeit in enger Verbindung, insbesondere durch Coopers Tätigkeit als Kriminalschriftsteller. Hoover hielt ihn für "the best informed man on crime in the U. S." und bewunderte sein Schaffen. Es wurde sogar angenommen, Cooper sei der Ghostwriter von Hoovers Buch "Persons in Hiding" aus dem Jahr 1938 gewesen sowie der Verfasser einiger Artikel in Magazinen, die unter Hoovers Namen erschienen sind. Gemutmaßt wurde auch, Cooper sei einer der engsten Freunde Hoovers gewesen, der wohl homosexuelle Neigungen hatte. Wie auch immer, der Grund für die Ausstellung unseres Schecks läßt sich nicht ermitteln, doch gibt er hinreichend Grund zum Spekulieren. Einige Wochen später, am 29. September 1940, beging Cooper nämlich in einem New Yorker Hotel Selbstmord, und das Motiv ist bis heute unklar geblieben; in den Akten des FBI wurde vermutet, er sei ermordet worden. Ob unser Scheck mit dieser Sache in Verbindung stehen oder ob gar Hoover beim Ableben des Schriftstellers seine Finger mit im Spiel gehabt haben könnte, bleibt zur Klärung den Kriminalhistorikern überlassen. Ein Indiz für einen solchen Zusammenhang ist er aber durchaus. – Leicht gebräunt.