1101: ITALIEN – BRONNER, F. X.,

Abenteuerliche Geschichte Herzog Werners von Urslingen, Anführers eines großen Räuberheeres in Italien, um die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Aarau, Sauerländer, 1828. 1 Bl., XVIII, 299 S. Läd. Pp. d. Zt. (6)
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Erste Ausgabe. – Hayn/Gotendorf IX, 217. – "Herzog Werner v(on) U(rslingen), von den Italienern, welche seinen Vornamen verwelschten, Guernieri oder Guarnieri geheißen, erscheint zuerst im J. 1342 als Führer einer jener Söldnerschaaren, in deren Reihen Abenteurer aller Länder, kampf – und beutelustig, die Halbinsel heimsuchten, um sich an den Fehden der Fürsten und Städte zu betheiligen; er war der erste, welcher unabhängige Schaaren, die in keines Höheren Solde standen, bildete, mit denen er sengend, plündernd und brandschatzend das Land durchzog. Eine Neuerung, welche er dabei schuf, bestand darin, daß alles, was auf diese Weise erworben war, in eine gemeinsame Kasse geworfen und später getheilt wurde. Dahin flossen die Gelder, durch deren Zahlung Ortschaften und Provinzen die Plünderung abkauften, die Loskaufgelder der Gefangenen, die Beute an allem, was der Aneignung werth erschien. Wenn der Tag der Auseinandersetzung gekommen war, so geschah nach vorher bestimmten Verhältnissen die Vertheilung und in aller Güte einigten sich die Räuber über das was ein jeder von ihnen zu erhalten hatte. Herzog Werner war es, der ihnen diese Gesetze vorschrieb und die zuchtlosen Banden in Ordnung hielt" (ADB XXXIX, 372). – Vorsatz mit Besitzvermerk, im Bug etw. wasserrandig, gering gebräunt und leicht fleckig.