1075: FRAN(T)Z, K. W.,

Vier Lieder mit Melodien und Begleitung des Piano-Forte ... der Hochwohlgebohrnen Frau Kammerherrin von Hopfgarten zu Niedergebra unterthänigst zugeeignet. Dresden, Hilscher, o. J. und Plattennr. (wohl um 1795/1800). Qu.-Fol. 7 S. (Titel und Notentext, alles gestochen). Heftstreifen d. Zt. (leicht berieben, geringe Läsuren). (132)
Schätzpreis: 300,- €
regelbesteuert 7% MwSt.
Nachverkaufspreis: 150,- €

Klicken Sie hier, um dieses Objekt per E-Mail
anzufragen bzw. zu kaufen oder geben Sie die
E-Mail-Adresse auctions@zisska.de direkt ein.

Unbekannte Liebeslieder von einem Reformer des Kirchengesangs. – Unbekannter Druck, weltweit in öffentlichen Bibliotheken von uns nicht zu ermitteln. – Vgl. Eitner IV, 63 (erwähnt 12 Lieder mit Melodien, diese fast ebenso selten und über den KVK nur in einem Exemplar nachweisbar). So auch MGG IV, 813: "Im Druck erschienen [von seinen Kompositionen] lediglich 2 Sonaten und 12 Lieder" (die bei Eitner erwähnten). Dieser kleinen Liste sind nun noch unsere vier Lieder hinzuzufügen. Die in empfindsamem Stil gehaltenen Liebeslieder sind Vertonungen von je zwei Texten von Schiller und vom Halberstädter Dichter Klamer Eberhard Karl Schmidt (1746-1824). Der ebenfalls aus Halberstadt stammende Theologe und Musiker Klamer Wilhelm Frantz (oder Franz; 1773-1857), dessen Pate und Förderer der Dichter Gleim gewesen ist, verdankt seine bis heute reichende Bekanntheit seinen Schriften und Anregungen zur Reform des evangelischen Kirchengesangs und der zeitgemäßen Verwendung der alten Choräle im Gottesdienst. Laut MGG war sein Einfluß zwar nicht sehr weitreichend, doch "geben seine Schriften und praktischen Ausgaben ein besonders treffendes Bild von den Bestrebungen der protestantischen Restauration auf dem Gebiete des gottesdienstlichen Gemeindegesangs" (Bd. IV, S. 815). – Etw. gebräunt und fleckig.