104: ALBUM DER PIANISTIN IDA REHM AUS MÜNCHEN

(Deckeltitel: "Programme und Berichte"). Mit einigen hs. Briefen, Karten und Billetts, u. a. von J. Rheinberger, H. Schwartz und V. Gluth, einigen persönlichen Dokumenten der Eignerin sowie zahlr. Konzertprogrammen, Zeitungsausschnitten u. a., insgesamt ca. 100 Objekten, lose eingelegt und montiert. Dat. München, ca. 1892-1920. 4º. Schlichte Brosch. d. Zt. mit Fadenbindung (leichte Gebrauchsspuren). (91)
Schätzpreis: 250,- €
Ergebnis: 150,- €


Interessantes Zeugnis des Münchener Musiklebens um die Jahrhundertwende, angelegt von einer Konzertpianistin, die in dem Album einige Autographen von Musikern sowie Unterlagen zur eigenen Ausbildung und Konzerttätigkeit gesammelt hat. Ida Rehm studierte um 1890 an der Münchener Akademie (mehrere ihrer Ausweiskarten liegen bei), machte 1893 ihren Abschluß und wirkte in den folgenden Jahren in München, wie es eine ganze Reihe von Konzertprogrammen unter ihrer Beteiligung zeigen. – Enthalten sind auch einige Schreiben von mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten, am bedeutendsten eine Visitenkarte von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) mit eigenhändiger Notiz für Ida Rehm und Unterschrift, datiert 19. 9. 1898, mit einem Hinweis auf eigene Kompositionen: "Es ist noch ein Heft Duette von mir erschienen, Op. 103 bei Schott in Mainz, die Ihnen vielleicht zusagend sind" (eigenhändig adressiertes Kuvert beiliegend). Der Dirigent und Komponist Johann Georg Herzog (1822-1909) dankt ihr für eine Gratulationskarte (München, 8. 3. 1898), und eine Einladung zur Teilnahme an einem Konzert schickte Rehm der Pianist Heinrich Schwartz (1861-1924), ein eigenhändiger Brief mit Unterschrift, der laut Vermerk auf dem Umschlag München, 29. April 1895 datiert ist. Weiterhin enthalten Billetts des Komponisten Victor Gluth (1852-1917), datiert München, 17. 11. 1898 (Absage wegen gewünschter Musikstücke, die "nicht im Druck erschienen" seien), des Kapellmeisters Otto Hieber (1848-1897) und des Violoncellisten Carl Ebner (1857-1930). Interessant auch zwei Briefe des Musikverlags Breitkopf und Härtel in Leipzig mit Schreiben an den Augsburger Gymnasialprofessor Markus Redenbacher, einen Laienkomponisten, der vergeblich versucht hatte, sein Klavierquartett in e-Moll, das 1901 in Augsburg uraufgeführt worden ist, dort zu veröffentlichen. – Meist nur leichte Gebrauchsspuren. – Beiliegend zwei Bände (Bd. II und Bd. XIV) aus einer handschriftlichen Sammlung "Unterhaltungen für das Forte-Piano", zusammengestellt und abgefaßt von Friedrich Rehm. Die 1847 und 1852 datierten Bände enthalten zum Teil seltene und heute weitgehend unbekannte Stücke. Der Schreiber dürfte der Großvater der Ida Rehm gewesen sein. – Weiterhin beiliegend zwei Bände aus der Reihe "Bibliothek für Pianoforte-Spieler".