103: GAULKE, J.,

Schriftsteller (geboren 1869, Todesjahr nicht vor 1933). E. Brief mit e. U. Dat. ...walde (Kreis Teltow), 20. 8. 1933. 28,4 x 22 cm. Eine Seite auf Papier mit Wasserzeichen "Matador-Bank".
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An einen verehrten Gesinnungsfreund in großer Resignation: "Ihr Brief hat mich außerordentlich interessiert und mir eine Bestätigung des Satzes gegeben: habeant [!] sua fata … In Zukunft wird es noch schwieriger sein, in den Besitz meiner Bücher zu gelangen. Es wäre unter den gegebenen Zuständen auch gar nicht ratsam, etwas für die Verbreitung meiner Schriften zu tun. Ich bin wie gelähmt, kann nicht aus mir heraus. Maulkorbzwang! Verschiedene Manuskripte harren des Druckers. Wann wird das geschehen? … Man lebt eben dahin, ohne Ziel, ohne Zweck." – Johannes Gaulke war als Redakteur, Übersetzer und Schriftsteller tätig, im Druck erschienene Arbeiten von ihm sind aus den drei Jahrzehnten von 1898-1928 nachweisbar, das Datum seines Todes ist unbekannt. Mit diesem Brief ist gesichert, daß Gaulke im August 1933 physisch noch am Leben war und sich in sein Landhaus in Ziehwalde (Lesung nicht ganz eindeutig) im Kreis Teltow zurückgezogen hatte. – Mit Faltspuren, an den Faltungen leicht gebräunt. – Beiliegt eine Postkarte (nicht gelaufen) mit gedrucktem Brustbild von Gaulke nach einer anonymen Zeichnung, unter dem Porträt mit Gaulkes Signatur und der Angabe "aet(ate) sua 60", daneben "Herrn Werner Schwing mit frdl. Gruß!" (beides eigenhändig). – Zwei wertvolle Dokumente der Verlebendigung eines fast Verschollenen. – In der Abteilung Literatur des 20. Jahrhunderts bieten wir unter der Losnummer 710 Gaulkes "Entfesselte Bestie" in der signierten Vorzugsausgabe an.