1024: HANDSCHRIFTEN – KADENZEN

für Klavierkonzerte von L. A. Kozeluch und F. X. Sterkel. Wohl Süddeutschland, um 1800. Um 1800. Qu.-Fol. 2 lose Bl., handrastriert und beidseitig beschrieben. (106)
Schätzpreis: 350,- €
Ergebnis: 320,- €


Interessante Niederschriften vollständiger Kadenzen, jeweils zum ersten und zweiten Satz des Klavierkonzertes F-Dur, op. 31, von Leopold Antonin Kozeluch (entstanden in Wien 1789) und eines Klavierkonzertes in B-Dur von Franz Xaver Sterkel. – Die Solokadenz des Solisten in einem Konzert gilt bis nach 1800 als genuin improvisierter Aufführungsbestandteil, der gewöhnlich nicht schriftlich fixiert wird. Erst unter dem Einfluß von Beethoven gehen die Komponisten mehr und mehr dazu über, auch diesen Teil festzulegen und damit dem Interpreten weniger Freiraum zuzugestehen. Eine Ausnahme früherer Zeit waren die Kadenzen Mozarts, die er für seine Schüler niedergeschrieben hatte. – Vorliegende Kadenzen lassen auf Grund der teils sehr genauen Bezeichnung (Triller, Staccati, Vortragsbezeichnungen) ebenfalls an eine Studien – oder Unterrichtssituation denken und gewähren gerade dadurch die Möglichkeit eines Einblicks in die aufführungspraktischen Gegebenheiten der Zeit. – Ein Blatt mit kleinem Randeinriß und Randläsuren, gering fleckig, papierbedingt gebräunt.