1: KORAN –

Einzelblatt mit Texten aus dem Koran aus einer maghrebinischen Handschrift auf Pergament. Nordafrika, wohl 12./13. Jhdt. Qu.-4º (17,7 x 23 cm). Schrift in brauner Tinte mit diakritischen Zeichen in Blau, Grün und Rot sowie einem Verstrenner in Gold und Farben. 5 Zln. (Schriftspiegel: ca. 13 x 14,5 cm). (138)
Schätzpreis: 2.000,- €
Nachverkaufspreis: 1.000,- €

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Im Maghribi-Duktus geschrieben, wie er in Nordafrika etwa seit dem 10. Jahrhundert gebräuchlich war. Diesen charakteristischen Schriftduktus findet man in dieser Form bereits voll ausgeprägt im 11. Jahrhundert. Er war noch bis in das Hoch- und Spätmittelalter (13./14. Jahrhundert) in Nordafrika, in Varianten auch in Andalusien weit verbreitet. Ungewöhnlich an diesem Blatt, das aus derselben Handschrift wie das Blatt der Nummer 1 aus unserer Auktion 72 stammt, ist allerdings das Querformat, wie es bei den frühen, in kufischer Schrift abgefaßten Koranen vor der und bis um die Jahrtausendwende üblich gewesen ist. Dagegen haben die maghrebinischen Handschriften in der Regel quadratisches Format oder Hochformat. Insofern liegt hier ein Indiz vor, daß unser Blatt aus einer Handschrift stammt, die noch in der Tradition der querformatigen Korane steht, mithin also in das elfte oder zwölfte Jahrhundert zu datieren sein dürfte, sicherlich aber nicht nach 1200 (vgl. The Unity of Islamic Art, King Faisal Centre for Research and Islamic Studies, Kent 1985, S. [28]-29, Nr. 11). – Ränder mit kleinen Ausbrüchen und Quetschfalten, diagonale Knickspur; stellenw. stärker gebräunt und fleckig, wenige, kleine Löchlein im Rand.

Koran. – Single leaf with texts from the Koran from a Maghreb manuscript on vellum. North Africa, probably 12th/13th century. Oblong quarto (17,7 x 23 cm). Handwriting in brown ink with diacritical signs in blue, green and red. 5 lines (text layout: ca. 13 x 14,5 cm). – The leaf is written in typical Maghreb style, as it was common in North Africa since about the 10th century. The characteristic style can already be found in this form, fully developed, in the 11th century. It was still popular in North Africa till the High and Late Middle Ages (13th/14th century), in variants also in Andalusia. An unusual aspect of our leaf is however the quarto format, as it was usual in the early Korans written in Kufic before and around the turn of the millenium. The Maghreb manuscripts, however, are usually in a square or vertical format. Insofar there is evidence that our leaf come from a manuscript still in the tradition of quarto Korans, thus it can be dated in the 11th or 12th century, but certainly not after 1200. – Margins with small breaks and crease marks; here and there stronger browned and soiled, few, small holes in margin.